Einführung
Das Wort „quilten“ ist ein Ausdruck der englischen Sprache und bedeutet übersetzt lediglich steppen. Ein „Quilt“ bezeichnete ursprünglich eine gesteppte Decke. Heute wird die Bezeichnung „Quilt“ nicht nur für wärmende Decken verwendet, sondern auch für textile Kunst, die als Wandobjekt Verwendung findet.

Typisch für eine Quilt sind die 3 Lagen, aus denen er zusammengesetzt ist:

  • die oberste Lage auch Top genannt
  • eine Zwischenlage aus Volumenvlies
  • die Rückseite

Beim Quilten werden diese drei Lagen miteinander verbunden, damit sie sich nicht gegeneinander verschieben, dabei kann das Quilten prinzipiell von Hand oder mit der Nähmaschine erfolgen.

Die Einlage aus Volumenvlies lässt die Quiltlinien plastischer erscheinen. Die Dicke des Füllmaterials hängt ab von der späteren Verwendung, dünne Vliese eignen sich hervorragend für Tischdecken, wärmende Vliese eher für Gebrauchsquilts.

Das freie Maschinenquilten eröffnet dir ganz neue Möglichkeiten der Gestaltung. Die Besonderheit besteht darin, dass beim Nähen der Transporteur versenkt wird und du so den Stoff frei in alle Richtungen führen kannst. Auf diese Weise kannst du Flächen gestalten oder auch bestimmte Motive umrunden.

Bei dieser Technik liegen deine Hände rechts und links von der Nadel auf dem Stoff und führen ihn wie mit einem Stickrahmen. Eine Hilfe dabei sind Quilthandschuhe. Sie sind auf der Innenseite mit kleinen Gumminoppen ausgestattet und bewirken einen guten Kontakt zum Stoff.

An den meisten Nähmaschine bietet sich für das freie Maschinequilten die gleiche Einstellung wie zum Stopfen an. Das Handbuch deiner eigenen Nähmaschine leistet dir dabei gute Hilfe und gibt dir Tipps zur richtigen Einstellung.

Beim Freien Maschinenquilten sind folgende Schritte zu beachten:

  • Nähmaschine reinigen und ölen
  • Transporteur versenken
  • Stopffuß bzw. Nähfuß fürs freie Maschinenquilten einsetzen
  • ggf. den Nähfußheber in die entsprechende Position bringen
  • ggf. die Oberfadenspannung der Nähmaschine etwas lockern
  • qualitativ hochwertiges Garn verwenden
  • am besten eine 90er Maschinen-Nadel verwenden oder eine entsprechende Nadel bei dem Einsatz von speziellen Garnen

Generell ist das freie Maschinenquilten ein bisschen wie Autofahren lernen. Wenn man mit der Grundtechnik vertraut ist, kommt die Sicherheit beim „Fahren“ mit der Zeit durch die Übung.

Die nachfolgenden Übungen führen dich Step-by-Step zu mehr Freiheit beim Quilten und können dir dabei helfen, das nötige Feingefühl für die freie Linienführung zu entwickeln.

  1. Übung
    Vorwärts und rückwärts nähen

Im Prinzip kennst du diese beiden Richtungen schon, denn das ist nichts anderes als du bislang beim Nähen gemacht. Allerdings hat dich dabei der Transporteur deiner Nähmaschine unterstützt und die Richtung vorgegeben.
Jetzt übernimmst du selber das Steuer, lenkst deinen Stoff in die Richtung, in die du willst und nähst Zacken mit ca. 8 – 10 cm Länge.
Auf diese Weise schulst du dein Gefühl fürs „Gas geben“.

2. Übung 
Ab in die Kurve

Wenn du dich beim Gas geben halbwegs sicher fühlst, kannst du die Dimension erweitern und nimmst jetzt rechts und links dazu.
Vermutlich wirst du rechts schnell merken, dass du eine Lieblings-Richtung hast, in die du leichter führen kannst.
Macht nichts, das geht fast allen so. Trainiere einfach weiter und mit der Zeit und der nötigen Übung wirst du bald in jede Richtung lenken können.

3. Übung  
Immer im Kreis lang

Mit der Kreisform übst du fließender Linien und gleichzeitig trainierst du, in alle Richtungen zu nähen.
Rechts, links, vor und zurück, zunehmend bist du in der Lage, die Richtung selbst zu bestimmen.

4. Übung
Spiralen in Serie

Rein und wieder raus, rechts rum und links rum, du gewinnst zunehmend an Sicherheit und mit ein bisschen Übung werden die Spiralen allmählich runder.

5. Übung                                        
Schreibübungen für Anfänger

Zuerst einmal nur ein paar Schwungübungen, wie damals in der Schule, als du Schreiben gelernt hast.

6. Übung                                            
Schreibübungen für Fortgeschrittene

Mit etwas mehr Übung entwickelst du deine Fähigkeit zu Schreiben meist erstaunlich schnell weiter.

7. Übung                               
Hurra, ich kann schreiben!

Schnell wird daraus ein einfacher Schriftzug oder du probierst deinen eigenen Namen zu schreiben. Raum für Kreativität bietet dir der i-Punkt, entweder ein kleiner Punkt auf der Stelle genäht, ober ein kurzer Strich. Für besondere Nachrichten könntest du anstelle des genähten i-Punktes auch eine kleine Perle aufnähen.

8. Übung
Stippling

Beim klassischen Stippling wird mit einer fortlaufenden Linie in Kurvenform eine ganze Fläche ausgefüllt. Dabei sollten sich die Linien möglichst nicht überschneiden.
Ein interessantes Bild erhältst du, wenn die Nährichtung möglichst oft wechselst. Am besten zeichnest du dir den Verlauf so einer Linie erst einmal auf Papier auf und bekommst ein Gefühl dafür, wie die Linie verlaufen soll.

9. Übung
Flotte Entwicklung

Tolle Varianten können entstehen, wenn du die Regeln des klassischen Stippling variierst: warum nicht mal Luftballons nähen, Girlanden mit kleinen Blümchen, Herzketten u. v. m.
Da sind deiner Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Für die Technik des freien Maschinenquiltens eignen sich verschiedene Garne. Abhängig davon, wie erfahren du beim Nähen bist und welche Ergebnisse du erzielen willst, hast du verschiedene Möglichkeiten und Garne zur Auswahl.

POLY DECO 40 – gutmütig & robust
Für Anfänger ist es zu Beginn etwas schwierig, beim freien Maschinenquiltens ein gleichmäßiges Tempo zu finden und in die gewünschte Richtung zu lenken. Da “ruckelt” es schon mal hier und da etwas mehr. Da bietet sich ein robusteres Garn wie Poly Deco 40 nahezu an. Als Garn ist es gutmütig und verzeiht ganz gerne so manche Unregelmäßigkeit beim Nähen, außerdem überzeugt es mit seinen kräftigen und glänzenden Farben.

COTTON 30 – natürlich schön
Du magst den natürlichen Look von Baumwolle und möchtest möglichst nur Naturmaterialien in deinem Quilt verarbeiten. Dann ist Cotton 30 die richtige Wahl für dich. Das Garn aus langstapeliger Baumwolle steht dir mit vielen warmen Farbtönen in weichen Abstufungen zur Verfügung. Noch mehr Abwechslung erzielst du mit den Multicolorfarben, bei denen sich verschiedene Farbtöne in regelmäßigen Abständen wiederholen, sodass du mit einer einzigen Garnfarbe unterschiedliche Effekte erzielen kannst.

METALLIC – lass es glitzern
Bei erfahrenen Näherinnen, die mit dem freien Maschinensticken vertraut sind, schnurrt die Maschine wie ein zufriedenes Kätzchen und alles läuft wie geschmiert. Da reißt so schnell kein Faden und da darf der Fokus schon mehr darauf liegen, dein DIY-Projekt in ein glitzerndes Kunstwerk zu verzaubern. Mit seinem faszinierenden Glanz verleiht Metallic deinen eigenen Kreationen einen individuellen Charakter. Noch mehr Glanz erzielst du mit Holoshimmer, der Königin unter den Metallgarnen. Als Bändchen aus einer holografischen Folie geschnitten, erzielt das Garn einzigartige Effekte durch seine besondere Lichtbrechung. Für alle Metallic-Garne gilt, dass diese nur als Obergarn verwendet werden sollten.

POLY STAR – ein neuer Stern geht auf
Wenn zwei sich treffen, kann daraus etwas Neues entstehen. In diesem Fall haben sich ein Polyesterfaden und ein Metallfaden getroffen und sind eine tolle Verbindung eingegangen. Die beiden haben sich verzwirnt und daraus ist ein Garn entstanden, das gleichzeitig strapazierfähig ist und zusätzlich glitzert.

POLY FLASH – easy going
Du traust dich mit Metallic-Garn noch nicht ganz ans freie Maschinenquilten? Dann ist ein metallisch schimmerndes Polyestergarn die richtige Lösung für dich. Poly Flash ist strapazierfähig wie Polyester und verfügt über den schimmernden Effekt eines Metallgarns. Mit den verschiedenen metallischen Farben wird dein Quilt auf ganz leichte Art und Weise zum echten zum Hingucker.

Noch mehr Tipps und Hinweise zur Verarbeitung der einzelnen Garne erhältst unter

www.sulky-shop.de

Vielleicht magst du dir einen Überblick verschaffen über deine diversen Garne und Anwendungen.
Umrande deine Probestücke und schneide sie mit einer Zackenschere in Form. Mit den passenden Nieten versehen finden sie in einem praktischen Ringbuch den richtigen Platz und du kannst immer mal wieder darin blättern.

Hier kannst du dir die Anleitung downloaden:

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