Flieg, Vöglein, flieg!

Ina saß auf einer Bank unter einem Baum und war so in ihr Buch vertieft, dass sie die Welt und Zeit um sich vergessen hat.

Die alte Eiche rauschte und schützte sie von den Sonnenstrahlen. Es war so spannend! Das Buch hieß „Die Schneiderin“, und obwohl sie den gleichnamigen Film mit der wunderbaren Kate Winslet im Kino schon gesehen hat, fieberte sie mit ihrer Heldin aufs Neue mit.

Sie konnte nicht aufhören zu lesen, die Geschichte der Tilly Dunnage, einer talentierten Schneiderin, die nach fast zwei Jahrzehnten der Abwesenheit in ihre australische Heimat zurück kehrt und mit einer Nähmaschine bewaffnet nach Rache sucht, hat sie völlig in ihren Bann gezogen.

Na, wenn dieses Piepen nicht da wäre! Es piepte und piepte, die ganze Zeit schon! Tilly Dunnage war gerade dabei sich zu verlieben, als Ina genervt aufstand und nach der Ursache störender Geräusche suchte.

Ein kleiner Vogel saß auf dem Boden. Erschrocken sah er die Ina an und hörte nicht auf zu schreien.

„Ein kleiner Piepmatz! Bist du aus dem Nest gefallen? Oje, was mache ich denn jetzt mit dir?“ – Ina schaute nach oben, der Baum war so groß, das Nest zu finden, war nahezu unmöglich!

Vorsichtig transportierte sie die kleine Meise nach Hause. Ihre Katze Shabby musste sie natürlich sofort aussperren! Jetzt randalierte sie beleidigt an der Küchentür! Ihre Tierärztin hatte gerade eine Mittagspause, diese eine Stunde musste der kleine Vogel noch bei Ina verbringen.

Sie machte sich einen Tee und beobachtete die Meise, die inzwischen völlig erschöpft im Schuhkarton einschlief.

„Ein kleines Wunder der Natur!“ – dachte sie schmunzelnd und fing an, ein wenig aus Langweile Figuren und Ranken auf der Zeitung zu kritzeln. Viele, kleine Vögelchen zierten gleich die ganze Seite. Sie schaukelten auf den Ästen und machten einen glücklichen Eindruck.

Ina schaute auf die Uhr, eine Stunde war vorbei.

„Am liebsten würde ich dich behalten, mein kleiner! Ich bringe dich gleich in Sicherheit. In der Wildfangstation bist du besser aufgehoben als bei mir.“

Die Zeichnung ließ sie aber liegen, denn den Nachmittag wollte sie unbedingt in ihrem Nähzimmer verbringen.

Die Kissenhülle, die sie nach der Vorlage mit kleinen Vögelchen applizierte, hätte der Tilly Dunnage sicherlich gefallen!

Kissenhülle nähen Vorlage♥♥♥

Ein wahres Meisterwerk hat sich unsere Autorin Steffi Geppert für euch diese Woche ausgedacht!!!

Die Anleitung in PDF Form könnt ihr hier herunter laden:

Kissen Vogel

Schemazeichnung

Vorlage 1

Viel Freude beim Nähen wünscht dir dein –

Sulky Kreativ Team

Tschirp, tschirp!

Zwei alte Holunderbäume blühten gerade im Garten der Familie von Nichtstun und verströmten einen wunderbaren süßen Duft.

Ina stand auf der Leiter mit einem Korb in der Hand und schnitt die tellergroßen Dolden ab. Die Baronin von Nichtstun hielt die Leiter fest und schaute voller Sorge nach oben.

„Oh du meine Güte! Fall nicht runter! “ rief Baronin von Nichtstun

„Tantchen, ich bin doch vorsichtig!“ erwiderte Ina, was eigentlich gar nicht stimmte, denn die ganze Zeit beobachtete sie einen kleinen, braunen Vogel und sein Nest, das in der Gartenhecke versteckt war. Er flog rein und raus, und wenn man genauer hinschaute, konnte man sehen, wie zwei hungrige Jungen ihre Hälse nach oben strecken und die Schnäbel weit aufsperrten.

„Wir machen heute den leckersten Holunderblütensirup aller Zeiten! Das ist meine Lieblingszeit, wenn der Holunder in voller Blüte steht! “ verkündete Ina, als sie mit ihrer Ernte fertig wurde.

Eine Stunde später wurde in der Küche fleißig gewerkt. Während die Baronin das Wasser mit Zucker aufkochte, erzählte Ina dem Baron von ihrer Entdeckung.

„Ich habe in der Hecke ein Nest gesehen! Der Vogel ist sehr klein, wie ein kleines Mäuschen! Und unglaublich laut!“

„Das ist der Zaunkönig“ – sagte der Baron und durchsuchte penibel die Holunderblüten nach Insekten.

„Er wird übrigens immer seltener! Schön, dass er bei uns wohnt!“ – setzte er fort – „Es ist uns gar nicht bewusst, wie viele nützliche Tiere im Garten leben. Der Marienkäfer hält Blattläuse in Schach und der Igel die Schnecken. So können wir chemiefrei gärtnern. Jeder von diesen fleißigen Helfer hat ein Denkmal verdient!“

Ina legte die Blütendolden in eine große Schüssel, bedeckte sie mit in Scheiben geschnittenen Zitronen und übergoss alles mit dem Wasser.

„Diese Mischung lassen wir jetzt 4 Tage stehen und danach füllen wir den Sirup in Flaschen ab!“ – sagte Ina.

„Eigentlich ganz einfach! Warum habe ich immer den fertigen gekauft?“ – wunderte sich die Baronin. „Bleibst du bei uns zum Abendessen?“

„Normalerweise – gerne. Aber…ich habe noch etwas vor…Ich möchte die kleinen Gartenhelfer noch…würdigen!“

Was auch immer das heißen mochte – die Baronin wusste es sofort – Ina wird diesen Abend in ihrem Nähzimmer verbringen!

♥♥♥

Ina findet überall eine Inspiration für ihre Nähprojekte! Ein Nachmittag im Garten, ein kleiner Vogel, der seine Kinder fleißig versorgt, ein paar schöne Stoffe…

Materialfoto

Das Ergebnis lässt sich sehen, oder? Wir können es singen hören! 🙂 Tschirp, tschirp! Freihandsticken macht Spaß!

Die Vorlage und eine ausfürliche Anleitung für dieses Projekt findest du HIER.

Viel Freude beim Nähen wünscht dir dein –

Sulky Kreativ Team

Basics Freie Maschinenapplikation

Winnie Widder

Ina kam gerade aus der Waschküche im Keller mit einem Korb voller Wäsche und schaute den Valentin ein wenig ratlos an.

„Was ist denn?“ – fragte er ein bisschen beunruhigt.

„Valentin. Du kennst dich doch mit Waschmaschinen aus, oder?“

„Ja, natürlich! Funktioniert deine denn nicht mehr?“

„Doch, doch, sie funktioniert…aber…sag mal, gibt es das Sockenmonster denn wirklich?“

Er prustete los und konnte nicht mehr aufhören zu lachen.

„Oh ja! Ein Sockenmonster ist eines der letzten Mysterien der modernen Welt! Ich habe sogar eine Fortbildung zum Sockenmonster-Jäger abgeschlossen! Am Institut für Sockenschwund!“

„Das ist nicht lustig!“- sagte Ina leicht beleidigt

„Schon wieder fehlen mir Socken! Der eine graue mit den Herzen und der andere mit den pinken Punkten! Ich hab nur noch einen von jedem und dabei habe ich doch zwei Füße. Ich brauche doch zwei!“

„Ina. Du darfst das Sockenmonster nicht unterschätzen. Es ist schlau, gefährlich und hat große Zähne. Seine Lieblingsspeise sind einzelne Socken!“

„Toller Witz! Diese Socken habe ich vor Kurzem erst gekauft!“

Resigniert machte sie auf dem Absatz kehrt und ging mit dem Wäschekorb ins Schlafzimmer.

Die Socken wanderten in die Schublade, die schon hoffnungslos überfüllt war uns sich nicht mehr schließen ließ.

Valentin folgte ihr nach und beobachtete, wie sie mit der Schublade kämpfte. Die Sockensammlung ist in den letzten Monaten kräftig gewachsen.

„Buuuh!” – rief er und platzte ins Zimmer „Ich bin das Sockenmonster!“

Ina erschrak kaum, aber sie zuckte doch ein wenig. Blitzschnell griff sie nach dem Kissen und warf es nach ihm. Er ging lachend in Deckung.

„Das kleine Widdermädchen ist schon wieder ein wenig eigenwillig!“

Sie stülpte sich den grauen Socken über die rechte Hand und bewegte ihre Finger als ob das eine Handpuppe wäre. „Das kleine Widdermädchen…“ – murmelte Ina leise.

Sie war tatsächlich im Sternzeichen Widder geboren. Für sie gab es keine Hindernisse, sondern nur Herausforderungen. Immer mit dem Kopf durch die Wand. Auch diese Schublade voller Socken war für sie eigentlich keine Hürde, sondern vielmehr ein Impuls für eine neue Idee!

Widdermädchen Winnie♥♥♥

Habt ihr auch ein Sockenmonster in der Waschmaschine? Viele einzelne Socken im Schrank, die ihren Partner vermissen und ein einsames Dasein fristen? Hervorragend! Dann hauche ihnen neues Leben ein, und nähe zum Beispiel ein Widdermädchen daraus!

HIER

findest du die Anleitung für unser Widdermädchen.

Viel Erfolg im Kampf gegen das Sockenmonster wünscht dir dein

Sulky Kreativ Team.